Die Getreidegasse, Salzburgs wohl berühmteste Einkaufsstraße, erhält ihren Charme nicht nur durch hohe, schmale und eng aneinandergeschmiegte Häuser, verlockende Geschäfte und die schmiedeeisernen Zunftzeichen, sondern auch durch romantische Durchhäuser und Innenhöfe. Die Bezeichnung der Getreidegasse hat eine eigenartige Wandlung durchgemacht. Ursprünglich hieß sie Trabe-, Trab- oder Trav-Gasse, das von "traben", also laufen abstammte, aber auch das Traben der Pferde bezeichnete. Später wurde daraus Tragasse, Traidgasse, und über Getreidgasse schließlich Getreidegasse. Mit dem Getreide hat die Gasse also ursprünglich gar nichts zu tun.
Von der ältesten Kaufmannssiedlung am Waagplatz wuchs die Häuserzeile der Juden- und Getreidegasse flußabwärts. Bei ihrer Entwicklung waren der Ausbreitung durch Besitzgrenzen im Süden und im Westen und durch die Stadtmauer bzw. die Salzach im Norden Grenzen gesetzt. Die alten Häuser der Gasse sind oft mit Jahreszahlen, dem Auge Gottes oder den Namen früherer Bewohner, geschmückt. An manchen Häusern sind noch Balken zu sehen, an denen vormals Hebezüge die Lasten aus den Lagerräumen transportierten.
Typisch für die Häuser sind die vom ersten Stock an kleiner werdenden Fenster und die wunderschönen Hausportale, wie z.B. bei Nr. 9, Mozarts Geburtshaus. In den früheren Wohnräumen der Familie Mozart befindet sich jetzt das Mozart-Museum. Obwohl die Häuser in der Getreidegasse sehr schmal erscheinen, sind sie doch in keiner Weise winzig, denn sie erstrecken sich nach beiden Seiten der Gasse in die Tiefe. Früher lag hinter der Häuserzeile noch ein meist als Garten genutzter Raum. Später wurden diese Flächen immer mehr verbaut, weil man Platz für Werkstätten, Lager, Ställe und Dienstboten-Wohnungen brauchte. So entstanden Rückgebäude, die dann mit dem Haupthaus verbunden wurden und so zu den typischen Innenhöfen führten.
